Die Flauto d’Amore wurde ursprünglich in der Barockzeit (ca 1700) entwickelt, als die Blasinstrumente an Bedeutung gewannen.

Sie war die wichtigste unter den Konzert- und Quartettflöten und der Bassquerflöte, doch galt sie bis vor kurzem als veraltetes Instrument, für das es außerdem nur wenig Literatur gab.

Die englische Flötistin Kate Walsh fand heraus, dass obige Annahme nicht den Tatsachen entsprach, da verschiedene Komponisten spezielle Werke (Solo, Orchester-und Kammermusik) für die Flauto d’Amore schrieben, wie nachfolgender Aufstellung zu entnehmen ist.

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Verschiedene Kantatensätze, Pastorale aus dem Weihnachtsoratorium, wahrscheinlich auch die h-Moll Sonate.

Christopher Graupner (1683–1730)
Sieben sakrale Kantaten, zwei Geburtstagskantaten, Tripelkonzert für Flauto d’Amore, Oboe d’Amore und Viola d’Amore, Konzert in A-Dur für Solo Flauto d’Amore.

Georg Philip Telemann (1681–1767)
Konzert in A-Dur, für Flauto d’Amore (A) und Streicher

Johann Melchior Molter (1696-1765)
Konzert für Flauto d’Amore (As) und Streicher

Johann Helmich Roman (1694-1767)
2. Satz der E-Moll Sinfonie für 2 Flauti d’Amore (A)

Ignaz Jacob Holzbauer (1711-1783)
La Passione di Jesu Christo

Franz Anton Hoffmeister (1754-1812)
Notturno in Es-Dur für Flöte, Flauto d’Amore (As), zwei Hörner in Es-Dur, zwei Violas, Cello oder Fagott. Notturno in Es-Dur für Flauto d’Amore, Horn in Es-Dur und Viola (Trio).

Joseph Weigl (1766-1846)
Konzert in Es-Dur für Englischhorn, Flauto d’Amore (As), Trompete in Es-Dur, Viola d’Amore, Glockenspiel, Euphonium, Cembalo und Cello. Mit Echoensemble: Englischhorn , Flauto d’Amore (As), Trompete und Cello.

Fredrich Hartmann Graf (1727-1795)
Ohne Titel

Antonio Messina-Rosaryo (?)
Fantasia Diabolica (Bassflöte, Flauto d’Amore, Flöte/Piano)

Giuseppe Richter (18./19.Jrht)
Quintett für 4 Konzertflöten und Flauto d’Amore (in As)

Johann Adolf Hasse (1699-1783)
Konzert in F-Dur für Flauto d’Amore (B) und Streicher

Severio Mercadante (1795-1870)
Trio für Flöte, Flauto d’Amore und Cello in F-Dur, Fantasia Concertante für Flöte, Flauto d’Amore und Orchester

Stephen Dodgson (geboren 1924)
O Swallow- Flauto d’Amore (A) und Orchester

Guseppi Verdi (1813-1901)
Dansa Saccra aus Aida


Die Originalliteratur für Graupner liegt in der Bibliothek Darmstadt, von Molter in Karlsruhe und Hasse in Stockholm. Hoffmeister wurde bei Kunzelmann verlegt und die anderen Kompositionen sind aufgelistet; die genauen Bibliotheksorte werden nachgereicht.


Johann Sebastian Bach (1685-1750) scheint die Flauto d’Amore wegen ihrer expliziten Qualität und ihres Klanges eingesetzt zu haben. So findet sich dieses Instrument in Kantaten und auch einige seiner Flötensonaten mögen ursprünglich für Flauto d’Amore geschrieben worden sein. In der Partitur des Weihnachtsoratoriums gibt Bach deutlich die Besetzung mit 2 Flauto d’Amore an. Auch in anderen Kompositionen ließ Bach die Flauto d’Amore und andere größere Flöten besetzen, da die Stimmung tiefer als die der C-Flöte war. Dieses erfordert jedoch noch genauere Untersuchungen.


Der volle Klang der Flauto d’Amore wurde noch im 19.Jahrhundert geschätzt. So trägt z.B. der langsame Satz des Konzertstückes für Flöte und Klavier von Adolf Terschak (1832-1901) den folgenden Hinweis: "Muss wie die Flauto d’Amore gespielt werden". Verdi orchestrierte den "Dansa Saccra" am Ende des 1.Aktes in Aida für 3 Flauti d’Amore.


Pierre Naust baute die erste bekannt gewordene Flauto d’Amore um 1700, die heute in der Sammlung des Musee de la Musique in Paris zu sehen ist. Christopher Addington stellte gründliche Forschungen zu diesem Instrument an und kam zu dem Ergebnis, dass es die erste aller Flauti d’Amore sei. Einige Musikwissenschaftler hatten vermutet, es könne eine Konzertflöte mit besonders tiefer Lage sein.


Um 1720 bestanden die größeren Flöten aus 4 Teilen. Die Flauto d’Amore wurde in ganz Europa gebaut, wobei ihre Bekanntheit bis zu einem gewissen Grad vom Wohnsitz ihres Erbauers abhängig war. In vielen europäischen Ländern ist die Flauto d’Amore erst einige Jahre nach der Barockoboe und der Blockflöte erschienen. Wenn auch die neuen Instrumente im Barockstil höchstwahrscheinlich in Frankreich entwickelt wurden, haben doch auch Holzblasinstrumentenbauer in anderen europäischen Ländern eine wichtige Rolle dabei gespielt.


Die Flauto d’Amore wurde aus Buchsbaumholz, Elfenbein, Ebenholz und Silber gebaut. Viele Instrumente aus verschiedenen Bestandteilen haben überlebt, angefangen vom 1-Klappenmodell, dann 4-8, 11 und schließlich 13 Klappenmodell, und mündeten in Instrumenten mit dem Radcliff – und dem bekannteren Boehmsystem, das viele Flötisten noch heute spielen.


Bei einem Vergleich moderner Instrumente neigt die Altflöte mehr zu den unteren und mittleren Oktaven, während die moderne Flauto d’Amore den vollen Klang in den unteren Oktaven hat, aber auch die dritte Oktave zur Gänze nutzen kann. Die Mechanik der Flauto d’Amore gestattet eine größere technische Flexibilität als sie zumeist bei den Altflöten zu finden ist.


Die dunkle und geheimnisvolle Klangfarbe der Flauto d’Amore war immer auffällig, und Musiker bedienten sich gerne dieses Instrumentes, wenn es galt, melancholische und gefühlvolle Soli zu spielen. Auch die Musiker in Opernorchestern spielen dieses Instrument wegen seines Klanges. Während einer Opernaufführung können sie so die Flauto d’Amore für besonders bewegende Soli oder als Begleitung einer Arie einsetzen.


Die neue Flauto d’Amore von SANKYO weist alle bekannten Vorzüge der Altflöte auf. Sie besitzt einen schönen Klang und - da leichter und kürzer – ist auch in Hinblick auf die Fingertechnik wie die C-Flöte von Boehm zu spielen. Ihre Reichweite, die zwischen der C-Flöte von Boehm und der Altflöte liegt, ermöglicht ein neues Repertoire, einschließlich vieler (auch alter) Kompositionen für dieses Instrument.
Eine Flauto d’Amore zu spielen und zu besitzen ist eine Bereicherung für jeden Flötisten sagt Andras Adorjan, der SANKYO bei der Entwicklung des neuen Modells beratend zur Seite stand.


Das erste SANKYO-Modell wurde 1995 bei einer Aufnahme des Trios in F-D für Flöte, Flauto d’Amore und Cello von Severio Mercadante gespielt. Es wies folgende technische Daten auf:
Vollsilber, aufgelötete Tonlöcher, Vollklappen mit Halb-E-Mechanik, Durchmesser des Innenrohres: 20 mm (bei anderen Flöten 19 mm), Gesamtlänge 810 mm und Gewicht: 536 g.

Es wäre wünschenswert, wenn Komponisten neue Werke schrieben und Flötisten die Konzertpraktiken des 18. Jahrhunderts wiederbelebten, um die reiche Klangqualität dieses so vernachlässigten Instrumentes auszunutzen und die Flauto d’Amore in den Konzertsälen des 21. Jahrhunderts zum Klingen zu bringen.

Kate Walsh lebt und arbeitet als freiberufliche Flötistin und Lehrerin in London. Die Flauto d’Amore war Gegenstand ihrer Magisterarbeit in darstellender Kunst an der City University und Guildhall School of Music in London. Kate Walsh konzertierte in Mexiko, Nordamerika und Europa. Zusätzlich zu ihrer Musiker – und Lehrtätigkeit (Flöte/Piccolo) beabsichtigt K. Walsh Konzerte und Kurse für die Flauto d’Amore zu geben. Sie hat 2 CDs veröffentlicht "What Katie Did" und "Invocation".

Bei Interesse bitte Kontakt unter + 44 20 7588 0195 oder e-mail Rickat@globalnet.co.uk


Mit einem inneren Durchmesser von 20mm ist die Flauto d’Amore etwas dicker als die herkömmliche Konzertflöte.

Sanfter als diese und von größerer Reinheit als die Altflöte, hat sie einen sanften Klang breiten Spektrums.

Da sie in Gewicht und Größe leicht und kurz ist, kann sie mit derselben Fingertechnik wie die Konzertflöte gespielt werden.

 

Vollsilber 925 AG mit Silberauflage
Aufgelötete Tonlöcher

Wandstärke = 0,38 mm

Federn = 10 K Weißgold